Rein nach dem Motto: Kopflos herumballern auf Sardinien…

Die Vorbereitungsmaßnahmen begannen schon im Februar 2012. Die erste Frage die sich stellte, „Wie kommen wir da runter?“- auf Achse? – nein, zu teuer, zu anstrengend, zu riskant – mit dem Zug? – nein, zu mühsam mit dem ganzen Gepäck – Anhänger? – ja klingt ja gut. Dann hieß es für die 6 Kurvenhungrigen Michi, Bernhard, Mario, Patrick, Mike und Robert Appartment buchen, Fähre buchen, Anhänger auftreiben, alles möglichst detailiert planen – wollten ja mit dem Pilotprojekt der Speeddevils einen möglichst guten Eindruck hinterlassen. Gemeinsam legten wir den Abreisetermin auf den 8. Juni 2012 fest.

Donnerstag 7. Juni:

Am Nachmittag wurden beim Bernhard die Mopeds auf den Anhängern verladen. Der kleine Motorradanhänger entpumpte sich als ideales Transportgeräte für die 3 Supersportler und der große, schwere und hohe Hänger Eislaufplatz für die 3 nackten Maschinen. Dieser hatte nicht genug Befestigungsösen, keine Schienen die das Verrutschen der Mopeds verhinderte, keine Auffahrrampe,… aber nach einigen Stunden sah es gut aus.

Freitag 8. Juni

Die geplante Abfahrt gegen 0500 am 9. Juni wurde dann aufgrund von Nervosität und Urlaubsfieber auf Mitternacht verschoben, wobei sich die Abfahrt nochmals um 2h verschob, da die Stützlast des großen Anhängers zu groß war -also einfach umdisponieren bis es passte.

Der Weg Richtung Livorno (IT) führte über A1, A2 über Graz, Klagenfurt, Travisio, Venedig, Florenz 1080km und 13h  Autobahn – wie gut dass wir nicht mit den Bikes gefahren sind! Mehrere Nachzurr-Stopps waren erforderlich um die nervenschwachen und gereizten Nakeds am Hänger zu halten, vergleichbar mit einem Pferdetransport von 2 Wallachen. Gegen 1500Uhr erreichten wir unser erstes Ziel – Livorno – 8h vor der Abfahrt der Fähre. Wie schlagen wir die Zeit tot? mit Futter fassen, torre pedente di pisa (schiefer Turm von Pisa) besichtigen, nochmal essen, Zähneputzen am Parkplatz vorm Restaurant und dann zur Fähre.

Gegen Mitternacht waren alle PKWs, LKWs, Busse, Wohnmobile verladen – könnte behaupten eine ganze Stadt fand auf der 9 stöckigen Moby Line Fähre platz. Nach 3-4 Bier und 40h Schlaflosigkeit fiel uns das Ruhen auf den Gängen des Schiffes nicht allzu schwer.

Samstag 09. Juni

Morgens gegen 7Uhr legte die Fähre im Hafen von Olbia an, und in nu waren wir auf der SS128 Richtung Tortoli Arbatax, die sich am Anfang als eine zweispurige Schnellstraße entpuppte, jedoch später immer kurviger, enger und sich dann als Passstraße erwies. Beim ersten Stopp auf der Passhöhe machten wir erste Bekanntschaft mit unserem groben sardinischen Freund dem Asphalt, was dann unsere Lust zum Haizn um einiges erhöhte. Kurz vor dem Ziel machte sich in der Ortschaft Bunai ein Wohnanhänger breit und plötzlich wurde unsere Weiterfahrt um 1h behindert. „Loookali“ wurde zum neuen Schimpfwort der Speeddevils Truppe (übersetzt heißt’s Einheimischer – wie langweilig – klang nach „Volltrottel“).

Gegen 1400 in Tortoli angekommen, erhielten wir die Schlüssel für das Appartment, befreiten die Mopeds von den Zurrgurten und stürzten uns mit einer Rolle vorwärts ins erfrischende türkise Meer. Nach der Abkühlung juckten unsere rechten Handgelenke und die ersten Meter bzw. Kurven wurden in Richtung Villagrande in kurzer Hose in Angriff genommen. Ein abschließender Grillabend ließ die langen Tage gemütlich ausklingen.

Sonntag 10. Juni:

Geplant war die längste Tour mit 600km zu absolvieren. Um 0800 gings das erste Stückerl auf der Schnellstraße Richtung Süden, wo die ersten Mopeds aufgrund von Spritmangel streikten – keine Tankstelle weit und breit. Die zwei Liegengebliebenen P. und M. wurden dann durch Kanister versorgt und der Tour stand nichts mehr im Weg. Geile Küstenstraße, noch schärfere Kurven auf der Westseite – ich könnte da jeden Stein und jede Kurve beschreiben, würde aber den Rahmen des Berichtes sprengen. Um 2130 erreichten wir wieder unser Appartment.

Montag 11. Juni:

Eine kurze aber sehr anstrengende Tour durch das Landesinnere stand am Programm. Abfahrt wie gewohnt 0800 und nach 375km kamen wir um 1700 in Tortoli wieder mit jeder Menge sehenswerten Fotos und Videos, an.

Dienstag 12. Juni:

Mit verminderter Einheitsgröße und voller Motivation nahmen Bernhard, Mario, Michi und Robert eine „kleine“ 250km Tour ins verspiegelte Visier. Die Tour führte ins Gebirge vorbei an wundervollen Seen, hinein in schöne Kurve, vorbei an grasenden Kühen, hinauf zu einer Radarstation, Begegnung mit einem schmusenden Hund, Knieschleifen auf der Autobahn, Geschwindigkeitsübertretung um das Fünffache und wieder gesund ins Appartment. Danach ab ins erfrischende 24°C warme Meer – der Tag war ein voller Erfolg.

Mittwoch 13. Juni:

Früh auf mit einem kräftigen Frühstück im Magen führte die Tour im landesinneren Richtung Norden zur Küstenstraße. Diese erwies sich als landschaftlich wunderschön aber der dichte Verkehr und mangelnde Kurven versalzten uns die Suppe ein wenig. Zu Mittag landete ein Schwertfisch als traumhafte Delikatesse in unsere Mägen. Nach 13h und 625km erreichten wir unser Appartment mit einem vollen Kühlschrank und jede Menge Bier zur Stärkung.

Donnerstag 14. Juni:

Ausschlafen und Ausruhen war die erste Devise unseres vorletzten Tages auf Sardinien. Die große Frage lautete: Halten die Reifen die nächste Tour noch durch oder brauchen wir neue?, ratterte in den Köpfen der teilweise ermüdeten Kurvenhungrigen. Die Entscheidung stand dann nach dem Frühstück fest: Robert musste Reifenwechseln. Ab zum Reifenhändler Namens Sasso der absolut Top in Bezug auf Preis, Qualität und Montage ist – zahlt sich voll aus – einziges Manko: kein Englisch. Danach wurde Knie und wundgesessenen Hintern ein wenig am Strand in der prallen Sonne bei 27°C geschont. Am Nachmittag war uns das Herumliegen ein wenig zu fad und beschlossen eine kleine Tour zu fahren. 250km mit einer Kaffeepause. Um 1900 trafen wir wieder im Appartment ein und starteten den Griller.

 

Freitag 15. Juni:

Wieder in verminderter Einheitsstärke nahmen wir uns eine Pässetour mit den frisch geputzten Visieren, das Fadenkreuz stets auf Kurven gerichtet, vor. Dabei waren Mario, Bernhard, Michi, Patrick und Tourenguide Robert. Nach 150km bei einer Kaffeepause sprangen Michi, Bernhard und Mario von der Tour ab und die zwei vollmotivierten Biker Patrick und Robert kratzten die nächsten 500km den Asphalt und Kurven in allen erdenklichen Schräglagen. In der Zwischenzeit fuhr die 3er Partie ins Appartment und feierte feucht-fröhlich am Strand. Gegen 1800 trafen die zwei Pässecruiser ein und dann wurde gemeinsam mit unseren bayrischen/baden-württembergischen und tirolern Bikerfreunden und Nachbarn weiter bis in den Morgengrauen. Es wurde getrunken, gespeist, Reifen verhaizt, gesungen, Erfahrungen und Erlebnisse ausgestauscht.

Samstag 16. Juni:

Nach 2-3h Schlaf hieß es dann Anhänger laden und das verwüstete Appartment auf Vordermann zu bringen. Reibungslos und in Teamarbeit erreichten wir unser Ziel von 1000Uhr Schlüsselübergabe. Anschließend schlugen wir die Zeit in der Stadt mit Einkaufen, Kaffee trinken und sonnen am Strand bis zur Abfahrt der Fähre, um 2200 aus Olbia, tot.

Sonntag 17. Juni:

Pünktlich laut Fahrplan kamen wir um 0700 mit der Fähre in Livorno an und düsten mit den Autos und Anhängern Richtung Krems. Gegen 2000 erreichten wir unser Ziel, die Bikes wurden abgeladen und mit einem Grinsen und kräftigen verschwitzten Handshake trennten sich unsere Wege nach dem unvergesslichen Urlaub. GEIL WARS

SARDINIEN 2013 – WIR KOMMEN!!!!

Dieser Artikel hat 6 Kommentare

  1. Sardinien 2013?
    da bin i fix“wieder“ voll dabei, nur die „Eine“ Kurve werd i bestimmt nimmer so nehmen wie beim letzten Mal gg..
    Die Bilder / Bericht san wirkli Klasse wordn, aber wenn man selber dort war, is des noch um a Stückerl geiler.. 🙂

    Motorrad und Sardinienischer-Asphalt ZZAAAUUUUMMMMM!! gg

    War echt a Geiler „Urlaub“ 😉

  2. Pingback: Sardinien 2013 | Speed Devils Krems e.V.

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